Karl-Heinz-Hiersemann-Preis 2009

Mit dem Karl-Heinz-Hiersemann-Preis wurden 2009 drei Jugendgruppen sowie eine Einzelperson ausgezeichnet. Die Verleihung fand am 20. September 2009 in Erlangen statt (Bericht zur Verleihung). Die Preisträgerinnen und Preisträger 2009 waren:

Hauptschule Soldnerstraße Fürth
Anläßlich des „Zuges der Erinnerung“ der im Fürther Bahnhof am 11. und 12. Mai Station machte, engagierte sich die Klasse 8a in besonderer Weise: Seit März forschte die Klasse intensiv über Manfred Starkhaus, der 1925 in Fürth geboren wurde und als 17jähriger im März 1943 ins Vernichtungslager Majdanek deportiert wurde. Exemplarisch am Leben Manfred Starkhaus als Kind und Jugendlicher, anhand seiner Flucht aus dem Nazideutschland 1939 nach Frankreich erarbeitete die Klasse eine kleine Ausstellung, die die schrecklichen Folgen von Rassismus gegenüber jüdischen Bürgern sehr anschaulich verdeutlicht. Diese Ausstellung ist nun mit dem „Zug der Erinnerung“ unterwegs und wird in die Gedenkstätte nach Auschwitz gebracht.

Arbeitsgruppe Schulspiel der Hauptschule Allersberg
Die Arbeitsgruppe Schulspiel der Hauptschule Allersberg brachte in Zusammenarbeit mit der Theatergruppe „Die Allersberger Drahtzieher“ das Schauspiel von Dr. Rochus Castner „Die unterbrochene Schulstunde oder: warum Stanislaus sterben musste“ zur Aufführung.
Der Inhalt beruht auf einer wahren Begebenheit in Allersberg im 3. Reich: Ein Kommando des KZ Flossenbürg hat den polnischen Zwangsarbeiter Stanislaus Waligora am 19. Dezember 1941 in Allersberg am Galgen erhängt, weil er eine sexuelle Beziehung zu einer deutschen Magd unterhielt. Diese kam in das KZ Ravensbrück und der Landwirt Karl Obser, der alles geduldet hatte, starb im KZ Mauthausen.

Das Stück, das vorwiegend im Klassenzimmer des Schuljahres 1940 bis 1941 spielte, lebt von Kommentaren und Vorschlägen der Schüler im Umgang mit den „Fremdländischen“ und sie erkennen erst allmählich die Gefahren und den Ernst der Lage. Die Schüler werden dargestellt von 16 Schülerinnen und Schülern der Klassen 8a und 8M, die Rollen der Lehrer, des Schulrates und der Spruchkammervorsitzenden haben die Allersberger Drahtzieher übernommen.
Diese Zusammenarbeit hatte schon einmal vor zwei Jahren stattgefunden, als das Schauspiel „Die Welle“ aufgeführt wurde.

Rock gegen Rechts der Ansbacher Jusos in Zusammenarbeit mit den Jungen Grünen und BASS (Bündnis Ansbacher Schülerinnen und Schüler) sowie der DGB-Jugend Mittelfranken
Rock gegen Rechts in Ansbach ist in allererster Linie ein Projekt präventiven Handelns, das das erste Mal im Jahr 2006 und mittlerweile das vierte Mal stattfand. Es soll aufgezeigt werden, „dass man sich nicht von Rechts einfangen lassen muss, sondern dass es viele Möglichkeiten gibt, sich zu engagieren“. Regionale Bands bekommen die Möglichkeit des Auftritts. Infostände zum Thema Rechtsradikalismus vervollständigen das Angebot für Hunderte von jugendlichen Besucherinnen und Besuchern. Rock gegen Rechts ist mittlerweile im politischen und kulturellen Leben Ansbachs etabliert, eine Veranstaltung, die vom Publikum gut angenommen wird. Ansbach war Vorreiter und Ideengeber für andere Initiativen. Rock gegen Rechts gibt es mittlerweile auch in Erlangen, Fürth und Nürnberg.

Einzelpreis für Sebastian Nähr, vorgeschlagen vom Sigmund-Schuckert-Gymnasium Nürnberg
Sebastian Nähr besucht zur Zeit die 12. Klasse des Sigmund-Schuckert-Gymnasiums in Nürnberg. Sein politisches Engagement auf Schul-, Stadt- und Landesebene geht weiter über das normale Maß hinaus:
Er wirkt seit Jahren mit im Arbeitskreis „Politik und Zeitgeschichte“ am SSG, der sich als Plattform für eigenständiges Schülerengagement versteht.

Sebastian Nähr wurde zum 1. Schülersprecher gewählt und gibt in dieser Funktion viele Impulse für das Schulleben. Im Jahr 2007 wurde er zum Bezirksschülersprecher aller mittelfränkischen Gymnasien gewählt. Seit 2008 vertritt er als Landesschülersprecher 1,9 Millionen Schülerinnen und Schüler in Bayern und beteiligte sich federführend an den Schulstreikaktionen 2008 und 2009. Er wirkt außerdem in der „Gemeinsamen Initiative von und für SchülerInnen und StudentInnen in Nürnberg“ mit, ein Verein zur Verbesserung des Bildungssystems und zur Mobilisierung gegen Militarismus.